Podcast-Folge zur Koordinierungstelle Sport und Jugendhilfe Nürnberg
MOBILEE Talk mit Dirk Bierholz
Im MOBILEE-Talk Podcast haben wir mit Dirk Bierholz gesprochen. Er verantwortet die Koordinierungsstelle „Sport und Jugendhilfe“, die beim Jugendamt der Stadt Nürnberg angesiedelt ist. Das ist bislang bundesweit einzigartig. Wer erfahren möchte, warum Koordinierungsstellen eine Investition in die Zukunft sind, wie Mitternachtssport in Nürnberg konkret aussieht und welche Chancen Dirk Bierholz für die Weiterentwicklung des Feldes sieht, sollte unbedingt in die aktuelle Podcastfolge reinhören.
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Vom Fußballcamp zur dauerhaften Struktur
Koordinierungsstellen gibt es in unserem Themenfeld viele. Das Besondere an Dirks Stelle ist jedoch, dass sie direkt am Jugendamt angesiedelt ist – ein Modell, das in dieser Form deutschlandweit bislang einzigartig ist. Entstanden ist die Idee bereits zur Fußball-WM 2006. Damals organisierten Jugendhilfe und Sport gemeinsam ein Camp für fußballinteressierte Jugendliche. Aus dieser Idee entwickelte sich Schritt für Schritt eine nachhaltige Struktur, die heute zahlreiche Projekte umsetzt und Vereine und soziale Einrichtungen zu Kooperationen und Netzwerken zusammenbringt.
Sport und Jugendhilfe sind nicht als Gegensatz zu verstehen, sondern sollen zusammengeführt werden.
Was macht eine Koordinierungsstelle eigentlich?
Sportvereine, Jugendhilfe, Schulen, Kinder- und Jugendhäuser: häufig arbeiten viele Akteur:innen mit ähnlichen Zielgruppen und ähnlichen Anliegen oft nebeneinander statt miteinander. Dabei stellen sich viele dieselben Fragen: Wie können wir Kinder und Jugendliche besser erreichen? Wie können wir durch das Zusammenspiel von Hilfesystemen und Sportvereinen mehr soziale Teilhabe ermöglichen? Und wie lassen sich begrenzte Ressourcen gemeinsam sinnvoll nutzen? Ein Blick nach Nürnberg zeigt, wie durch Vernetzung neue Räume, Kooperationen und echte Chancen für Kinder und Jugendliche entstehen können. Bei dieser Koordinierungsstelle geht es um vielmehr als nur einzelne Sportangebote. Dirk Bierholz beschreibt seine Stelle als eine Art verbindendes Element zwischen unterschiedlichen Systemen. Er initiiert Kooperationen, plant Veranstaltungen, vernetzt Akteur:innen und bringt Themen in lokale Politik und Verwaltung ein. Besonders deutlich wird das beim Runden Tisch „Jugendhilfe und Sport“, an dem verschiedene Akteur:innen der Stadt Nürnberg regelmäßig zusammenkommen. Die größte Herausforderung sei dabei, dass jede Institution eigene Strukturen, Abläufe und Perspektiven mitbringt. Genau dort setzen Koordinierungsstellen an. Sie schaffen Räume für Austausch und helfen dabei, gemeinsame Schnittstellen und Synergien sichtbarzumachen. Denn Vernetzung passiert selten von allein. Sie braucht Zeit, Kontinuität und Menschen, die Beziehungen aufbauen und langfristig begleiten.
Gemeinsam statt nebeneinander: Ressourcen sinnvoll nutzen
„Strukturen verbessern und Lücken schließen.“ Wie Ressourcen verschiedener Player gemeinsam genutzt werden können, zeigen die Kooperationen in Nürnberg. Sportvereine stellen Trainingsflächen zur Verfügung, Kinder- und Jugendhäuser öffnen ihre Räume für Besprechungen, Beratungen oder Veranstaltungen. Davon profitieren nicht nur Organisationen, sondern vor allem Kinder und Jugendliche, indem sie auf ein ganzheitliches Unterstützungsnetzwerk zurückgreifen können. In der Podcast-Folge erklärt Dirk Bierholz, wie das konkret in Nürnberg aussieht, z. B. beim Mitternachtssport, Streetsoccer-Cups oder Sportcamps. Häufig geht es dabei um mehr als Bewegung allein. Die Angebote nutzen die besondere Verbindung von professioneller Sozialen Arbeit und Sport, um Begegnung, Beteiligung und neue Erfahrungsräume zu schaffen. Ein Gedanke aus dem Gespräch bleibt besonders hängen: Wir brauchen vor allem Menschen und Stellen, die Vernetzung vorantreiben bzw. überhaupt ermöglichen.“
Weitere Informationen:
Koordinierungsstelle Sport und Jugendhilfe Nürnberg
Angebote für Kinder und Jugendliche im Bereich Sport und Bewegung der Koordinierungstelle