Ein Sozialraum in Bewegung
Auf ein Interview mit Lars Willmann vom SC Hainberg 1980 e.V. und dem Quartiersbüro Zietenterrassen in Göttingen.
Für den ersten MOBILEE-Kongress kommen wir an einem besonderen Ort zusammen. Ein Ort, der wie kaum ein anderer für die Verbindung von Sport, Gemeinschaft und Sozialer Arbeit steht. Im Gespräch gibt Lars Willmann Einblicke in die Entwicklung, Haltung und Besonderheiten dieses lebendigen Sozialraums.
Was macht den SC Hainberg und das Quartiersbüro zu einem besonderen Ort für den Kongress?
Der Ort ist aus einem echten Bedarf entstanden – von Menschen für Menschen. Hier wurde schon früh Sport mit sozialem Engagement verbunden. Heute ist es ein zentraler Treffpunkt im Quartier, an dem Bewegung, Begegnung und Soziale Arbeit selbstverständlich zusammengehören.
Der Verein hat eine lange Geschichte – was prägt ihn bis heute?
Gegründet wurde er aus einer Initiative von Menschen in prekären Lebenslagen. Dieses Selbstverständnis ist geblieben: Es geht darum, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam etwas aufzubauen. Viele Strukturen sind aus Eigeninitiative und ehrenamtlichem Engagement entstanden.
Wie ist die Verbindung von Sport und Sozialer Arbeit konkret entstanden?
Ein entscheidender Moment war die Arbeit mit geflüchteten Menschen. Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt professionelle Soziale Arbeit im Verein, immer in Verbindung mit Sport und Bewegung. Heute sind beide Bereiche eng miteinander verzahnt.
Was zeichnet die Arbeit vor Ort besonders aus?
Die Kombination aus Ehrenamt, organisiertem Sport und professioneller Sozialer Arbeit und genau darin liegt die Stärke: Die Verbindung von Fachlichkeit, Engagement, Niedrigschwelligkeit und die Leidenschaft für Bewegung.
Welche Rolle spielt der Sozialraum?
Eine zentrale: Der Verein versteht sich als Teil des Quartiers und arbeitet aktiv daran, Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern. Es geht darum, Menschen zusammenzubringen, Netzwerke zu stärken und Beteiligung zu ermöglichen. Angebote werden gemeinsam mit den Menschen entwickelt, nicht für sie.
Was können Teilnehmende beim Kongress vor Ort erleben?
Einen Ort, der nicht nur über Soziale Arbeit spricht, sondern sie lebt. Räume, die durch Eigeninitiative entstanden sind, vielfältige Bewegungsangebote und ein Quartier, das von Zusammenarbeit und Engagement geprägt ist.
Was kann man von diesem Ort lernen?
Dass Veränderung möglich ist – wenn Menschen gemeinsam handeln. Oft beginnt es im Kleinen, mit einfachen Ideen, die wachsen dürfen. Entscheidend sind Mut, Haltung und die Bereitschaft, Verantwortung zu teilen.
Der SC Hainberg und das Quartiersbüro Zietenterrassen zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial entsteht, wenn Sport, Bewegung und Soziale Arbeit zusammengedacht werden. Ein passender Ort, um gemeinsam über die Zukunft dieses Arbeitsfeldes zu sprechen – und diese aktiv mitzugestalten.
Lars Willmann
Im Interview mit dem Leiter des Quartiersbüros Zietenterrassen beim SC Hainberg in Göttingen. Mit seiner Expertise in Sportmanagement und Sozialer Arbeit gestaltet er innovative Ansätze an der Schnittstelle von Sport, Gemeinwesenarbeit und sozialer Teilhabe.